Die Sage vom Umesberger Riesen

Zwischen Medraz und Neustift wohnte auf einem einsamen Hof am Omesberg (auch: Umesberg) der bärenstarke Martin Tanzer, genannt der Umisberger Riese. Er dürfte um 1650 geboren worden sein.
Schon als junger Bursch war er ob seiner Kräfte geachtet und noch mehr gefürchtet. Seine Eltern wussten oft keinen Rat. Einmal hat ihn der Vater um eine Hacke geschickt.
Die Hacke war nicht mehr zu finden, denn Martin hackte so tief in den Lärchen Hackstock, dass sie nicht mehr zu sehen war. Ein anderes Mal schickte ihn die Mutter vor das Haus zum Brunnen, um Wasser zu holen.
Wie erschrak sie, als Martin unter wildem Krachen den steinernen Brunnentrog bei der Haustüre hereinzog.Omesberger Riese
In jener Zeit und auch später noch zogen Jahr für Jahr etwa 300 Wanderhändler mit Erzeugnissen aus den Stubaier Schmieden auf ihren Kraxen in die Welt hinaus.
Das war für den bärenstarken "Umisberger" gerade die richtige Herausforderung. Mit 90 Kilo Eisenwaren auf seiner Kraxe kam er in Schaffhausen beim Zollamt an und wollte seine schwere Last abstellen.
Da brach der Tisch zusammen. Beeindruckt von der übermenschlichen Kraft des Stubaier Riesen gewährte man ihm daraufhin Mautfreiheit auf Lebenszeit. Sein Bild wurde auf das Zollhaus aufgemalt.
Auch für die damals geplante Kirche in Neustift hat Tanzer die Felsblöcke für die Bausteine zusammengetragen. Sein unstillbarer Bärenhunger jedoch trieb ihn aber immer wieder zu unrühmlichen Taten.
Alles Essbare stahl er, ja sogar die schönsten Stiere und Ochsen holte er von den Weiden und Almen und verspeiste sie. Eines Tages wurde es den Bauern zu viel, sie fingen ihn und übergaben ihn den kaiserlichen Wachen.
Als diese ihn gefesselt nach Innsbruck bringen wollten, zerriss er mit einem Ruck die Stricke, packte den nächsten Gendarmen am Kragen und warf ihn mit einer Hand über ein Brückengeländer.
Von Furcht ergriffen liefen alle davon. Aber auch der Riese lief davon, doch die Schar der Bauern verfolgte und stellte ihn schließlich in den Telfeser Wiesen.
Als am nächsten Tag die Begnadigung des Kaisers eintraf, war es zu spät, denn die Bauern hatten inzwischen den Umesberger Riesen an einem Baum aufgehängt.
Der Maler Damian Asam schuf 1727 die Fresken in der Innsbrucker Domkirche zu St.Jakob.
Dass ein Mann nur wegen seines unstillbaren Hungers vom Volk zu Tode gebracht wurde, hat den Künstler so beeindruckt, dass er ihn, mit einer Kette gefesselt, an das Gewölbe malte.

Pension Riese

6167 Neustift im Stubaital
Omesberg 5

 

Tel. +43 664 2134906
Web: www.pension-riese.at
Email: info@pension-riese.at

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